Landwirtschaft soll sich verändern – Aber zu welchem Preis?

Auf Einladung des Kreisbauernverbands Burgenlandkreis nahmen am vergangenen Dienstag (28.01.2020) politische Vertreter der AfD der kommunalen und Landesebene an einer Gesprächsrunde zur derzeitigen Situation in der Landwirtschaft in Prießnitz bei Naumburg teil.

Den anwesenden Landwirten, alle mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, teils über mehrere Generationen hinweg, war es ein enormes Anliegen, den erschienen Vertretern der Politik einmal ihre Sicht der Dinge am runden Tisch darzulegen.
Die AfD im Burgenlandkreis begrüßt das ausdrücklich.

So forderten die Landwirte unter anderem:

– Planungssicherheit für ihre Betriebe

– gesellschaftliche Anerkennung für die stabile Versorgung der Bevölkerung

– Ein konkretes Ziel, wo es auf Bundes- oder EU-Ebene letztlich hingehen soll. Von grünen Ideologien geprägt, stellt sich die jetzige Agrarpolitik – zumindest für die deutschen Bauern – wenig sachorientiert dar.

Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Hannes Loth, MdL, der dem Treffen ebenfalls beiwohnte: „Ich sage es ganz offen, ich habe heute die politischen Vertreter der CDU und SPD vermisst. Denn das sind die Verantwortlichen für die realen Auswirkungen ihrer seit 20 Jahren geführten Landwirtschaftspolitik. Die Folgen, die sich bei den Landwirten ergeben, wenn sie auf Bundes- oder EU-Ebene kein Veto gegen diese überbordenden Richtlinien und Gesetze erheben und dem sogar noch zustimmen, hätten sie sich heute fairerweise auch einmal von den Landwirten anhören können und müssen.“

Die umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt und Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, Lydia Funke, MdL, drückte ihr Verständnis für die Landwirte in der jetzigen Situation aus und fasst das Treffen zusammen: „Die Landwirte stehen auch in unserer ländlichen Region unter enormen Druck. Ihnen stellt sich die Frage, was kommt als nächstes und welche VO oder Richtlinie wird als nächste geändert? Meines Erachtens ist es mittlerweile eine verfahrene Situation, in die sich Deutschland bei der EU selbst hineinmanövriert hat. Schnelle und einfache Lösungen z.B. im Hinblick auf die Nitrat-Diskussion und die damit einhergehenden weiteren Verschärfungen der Düngemittelverordnung scheinen nicht in Sicht.
Auch den ständigen Schmähungen einer ganzen Branche, sie seien die alleinigen Verursacher für alle auftretenden Probleme, was am Ende auch noch medial forciert wird, erteile ich eine klare Absage. So geht es nicht!

Des Weiteren war erschreckend festzustellen, wie viel Allgemeinwissen und Verständnis unter der Bevölkerung für die Landwirtschaft, die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte oder die Nutztierhaltung fehlen. Diese Lücken müssen über den pädagogischen Weg wieder geschlossen werden, um den Bezug für die landwirtschaftliche Arbeit wiederherzustellen.

Und zuletzt sei gesagt, es wird immer schwarze Schafe geben, aber die Bauern betreiben aktiven Naturschutz, da wo es ihnen (noch) möglich ist. Für mich gehören Landwirtschaft sowie Natur- und Umweltschutz zusammen. Wer noch mehr Naturschutz in der Landwirtschaft haben will, sollte sich im Klaren sein, dass das Geld kostet.
Die Sichtweise, dass alle Mehrkosten für gesellschaftliche Leistungen immer bei den Erzeugern – sprich den Bauern – anfallen sollen, kann allerdings nicht die Lösung sein, denn auch die Bauern müssen ihre Familien noch ernähren.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Marcus Spiegelberg – AfD ergänzt: „Lydia Funke hat es ja angesprochen. Gerade der Blick auf unsere nächste Generation und diejenigen, die jeden Freitag meinen, statt in die Schule lieber demonstrieren zu gehen, sollte verschärft werden. Über die landwirtschaftliche Praxis existieren falsche Vorstellungen und gravierende Wissenslücken, die unbedingt korrigiert werden müssen. Wir werden daher entsprechende Anträge in den Land- und Kreistag einbringen. Ideen haben wir schon, verraten sie hier aber noch nicht.“